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Physio Emotion gmbh & Co KG

Freude lebt in einem gesunden Körper!

Pressemitteilung Beihilfe 2004MusterbriefeBeihilfe/ PrivatDSGVO


PHYSIO EMOTION PATIENTENINFORMATION - PREISINFORMATION

PRIVAT VERSICHERTE

BEIHILFE VERSICHERTE


Ihre private Krankenversicherung lehnt eine volle Kostenerstattung ab?

 

Wir und andere Physiotherapiepraxen erleben es immer häufiger, dass unseren Patienten eine volle Kostenrückerstattung  unserer Honorarvereinbarung verwehrt wird.

Gründe für die Ablehnung ist in den meisten Fällen eine angeblich überhöhte Honorarforderung.

Hintergrund hierfür ist, dass immer mehr private Krankenversicherer versuchen den zu erstattenden Betrag auf den sog. „Beihilfesatz“ zu reduzieren.

Dieser legt aber nur fest, in wie weit sich ein öffentlicher Dienstherr an den Behandlungskosten für seine Beamten beteiligen muss.

Mit Scheinargumenten versuchen  nun  manche  Krankenkassen   ihren Versicherten weis zu  machen, dieser Beihilfesatz wäre der in Deutschland übliche Preis und insofern, gemäß § 612 BGB, maximal erstattungsfähig.



Das ist nicht richtig!


Zur Erklärung:

Die Beihilfesätze oder genauer: die beihilfefähigen Höchstbeträge sind Obergrenzen für die Erstattung von Heilmittelkosten von beihilfeberechtigten Personen.

Beamte sind in der Regel nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sondern erhalten einen Teil ihrer Krankenkosten über ihren Arbeitgeber, den Staat, in Form der Beihilfe erstattet. Für die Restkosten existieren in der Regel Zusatzversicherungen.


Die beihilfefähigen Höchstsätze werden von den Innenministern von Bund und Ländern festgesetzt (und sind, nebenbei bemerkt, seit 2001 nicht erhöht worden). Erklärtes Ziel der Innenminister war es auch bei den Beamten eine Eigenbeteiligung, z.B. bei den Heilmittelkosten, abzuverlangen, wie dies ja auch bei den gesetzlich Versicherten verlangt wird.

Zu diesem Thema veröffentlichte der Bundesinnenminister am 07.02.2004 eine offizielle Pressemitteilung mit der Überschrift:



„Keine Extrawurst für Beamte“

 

und führt aus, dass auch die Beamten bei Heilmitteln Zuzahlungen zu leisten hätten.

Damit wird klar, dass die Behauptung der privaten Krankenversicherer, die Beihilfesätze seien die quasi offizielle Preisliste für die Heilmittel in Deutschland, jeder Grundlage entbehrt.


Für Sie als Privatpatient gibt es keine gesetzliche Gebührenordnung für physiotherapeutische Leistungen.

Auch als Beihilfeberechtigter oder Post Beamten Versicherter können Sie in einer Krankengymnastikpraxis nur als Privatpatient behandelt werden.

Leider versuchen uns immer wieder Beihilfeversicherte zu erklären, sie müssten keine Zuzahlung leisten und es wäre nicht akzeptabel eine Eigenbeteiligung zu den Therapiekosten bei zu steuern. Wie bereits erklärt deckt sich diese Auffassung nicht mit den Innenministern, die hier eine Gleichbehandlung vorsehen.


Sollte sich auch Ihre Krankenversicherung weigern die vollen Kosten für Ihre physiotherapeutische Behandlung zu erstatten, so finden Sie hier Musterbriefe mit denen Sie sich gegen ungerechtfertigte Kürzungen wehren können.

Bitte beachten Sie bei der Prüfung Ihrer Krankenkassenabrechnung immer Ihren aktuellen Tarif. Hohe Eigenbeteiligungen oder eine vertraglich festgelegte (Teil-)Erstattung (häufig z.B. nur 75% Erstattung der anfallenden Kosten) gewährt  Ihnen zwar einen monatlich niedrigeren Beitrag, führt aber eben auch dazu, dass Sie nicht die vollen Kosten erstattet bekommen (können) und deshalb, verständlicherweise, eine höhere Selbstbeteiligung haben.


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DAS ENDGÜLTIGE AUS DER BEIHILFE-TARIFE


Ausgabe up 12-2017 | Rubrik Abrechnung



Die neuen Honorarvereinbarungen zwischen GKV und Verbänden sind auch für die Abrechnung mit Privatpatienten interessant: Wenn das GKV-Honorar plötzlich über den beihilfefähigen Höchstbeträgen liegt, dann wird endgültig klar, dass die Beihilfesätze von gestern sind! Höchste Zeit, Privatpreise anzuheben.



„Liebe Beihilfe, jetzt musst Du ganz tapfer sein, 2019 wirst Du in Rente geschickt.“ Denn spätestens 2019 werden in ganz Deutschland GKV-Tarife gezahlt, die deutlich über den Beträgen liegen, die als sogenannte beihilfefähige Höchstsätze den Beamten im Rahmen der Beihilfe erstattet werden.

Für Therapiepraxen ist diese Entwicklung auch interessant, wenn es um die Gestaltung ihrer Privatpreise geht. Die privaten Krankenversicherungen werden nicht müde, zu behaupten, dass die beihilfefähigen Höchstsätze der Beamten der zentrale Maßstab für die Privathonorare von Therapeuten sind. Das war schon immer absurd, spätestens nächstes Jahr können Therapeuten das ihren Privatpatienten sogar anhand der GKV-Honorare vorrechnen.



Beihilfesätze waren und sind unzureichend

Tatsächlich sind die Beihilfesätze seit 2001 nicht mehr erhöht worden. Das ist inzwischen mehr als 16 Jahre her! Welche Preise bleiben 16 Jahre stabil? Das Bundesinnenministerium hat bereits 2004 zu Protokoll gegeben, die beihilfefähigen Höchstsätze seien für die Praxisinhaber nicht kostendeckend. Trotzdem hat sich bislang nichts getan.

Im Jahr 2001 erstattete der Staat als Arbeitgeber der Beamten 19,50 Euro für eine Einheit Krankengymnastik – genauso wie im Jahr 2017. Nimmt man nur die Inflationsrate als Maßstab, dann müsste die Beihilfe heute für die gleiche Leistung mindestens 24,45 Euro erstatten. Würde man die tatsächliche Kostenentwicklung der Praxen ansetzen, müsste die Beihilfe für Physiotherapie in diesem Jahr rund 30 Euro je Behandlung erstatten.

Natürlich waren die 19,50 Euro auch 2001 schon zu wenig. Dass die GKV- Preise in all den Jahren nicht an sie herangekommen sind, liegt daran, das die Kostenentwicklung in der Therapiebranche die Inflationsrate seitdem niemals korrekt wiedergegeben hat.


PKV kann Handlungsbedarf nicht mehr leugnen

Jetzt, wo der Gesetzgeber die Entkoppelung der GKV-Honorarentwicklung von der Grundlohnsummenentwicklung beschlossen hat, lässt sich der Handlungsbedarf bei der Vergütung nicht mehr leugnen. Wenn PKVen weiterhin behaupten, die Beihilfesätze wären eine angemessene Vergütung, können Therapeuten ihre Privatpatienten darauf aufmerksam machen, wie sehr die Behauptung der PKV von den Entscheidungen des Bundestages abweicht. Noch deutlicher wird das, wenn nächstes Jahr unter Umständen sogar die von der Grundlohnsumme abgekoppelten GKV-Preise die Beihilfesätze überholen.